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Die Liebe ein Traum

Spielfilm frei nach Peter Hacks` Komödie Amphytrion.

mit

Micha Harris (als Zeus) / Maik Epple (als Amphitryon) / Nora Harris (als Alkmene) / Pablo Mellar (als Hermes) / Leif Schmitt (als Philosoph Sosias)

Kamera: Michael Schöfer / Ton: Thomas Rösch / Maske und Kostüme: Barbara Klingenfuss / Drehbuch, Regie und Montage: Klaus Klingenfuss

Produktion: a.u.f. - arbeitsgemeinschaft unabhängiger filmemacher, Heidelberg 2010. Laufzeit 90 Minuten.

Nora Harris in der Rolle der Alkmene, der irdischen Geliebten des Gottes Zeus.

Eine Frau zwischen zwei Männern - dem Gatten, dem Liebhaber - du lieber Himmel! Gut sechzig Prozent alles Geschriebenen und eher eine höhere Prozentzahl aller Filme behandeln diese Konstellation. Sie wäre sterbensöde, wäre da nicht unsere durch nichts zu stillende Neugier, wenn es um uns geht und um - die Liebe!

Im vorliegenden Fall spielt die Rolle des Liebhabers ein Gott - Zeus, womit der ohnehin bereits erhebliche Abstand zwischen (vom Alltag gezeichnetem) Ehemann und (seiner Rarität halber geschätztem) Liebhaber um wenigstens ein Lichtjahr erhöht wird. Versteht sich, dass eine solche Konstellation problemschwanger daherkommt -

insbesondere, wenn der Gott sich auch noch in die Gestalt des Gatten kleidet, um sich Zugang bei der Geliebten zu verschaffen. Besagter Gatte - doppelt in seinen Fähigkeiten und daraus resultierenden Möglichkeiten begrenzt - als Mensch und (eben) als Gatte - wäre reif für die Tragödie, hätte sich nicht bereits die Antike für die komischen Aspekte der Konstellation entschieden. Amphitryon und Alkmene - denn um dieses Paar handelt es sich - erfahren (selbstverständlich auf höchst unterschiedliche Weise), wie unvollkommen doch die Menschenwelt ist! Dabei verfügt diese Menschenwelt durchaus über das Wissen vom Vollkommenen. Und dessen Verwirklichung wäre möglich, wenn - ja wenn wir Menschen unsere höchsten Möglichkeiten leben wollten. Stattdessen verfolgen wir unsere kleinen Lüste, begnügen uns meistens sogar mit deren Surrogat - dem „lieben Geld“ - und merken nicht einmal, um was wir uns betrügen.

Vielleicht werden Sie eine Ehebruchsgeschichte mehr in diesem Film sehen; weit gefehlt! Es geht auf heitere Weise um Menschenwirklichkeit und Menschenmögliches. Wenn Zeus das Spiel mit den Worten schließt, „Ging auch nicht alles auf, es ging was vor“, dann weist er nicht nur auf das gerade Geschehene zurück, sondern noch einmal auf dessen Unvollkommenheit hin. Überwinden wir sie!

„Die Liebe ein Traum“ ist von einer kleinen Gruppe Schüler und Studenten (aus Heidelberg und Mannheim) um den Gymnasiallehrer Klaus Klingenfuss gedreht worden. Der Film wurde in grade mal 12 Tagen rund um die Villa Ludwigshöhe (des Bayernkönigs Ludwig I.) bei Maikammer/Pfalz in Szene gesetzt. Die Dialoge sind in Blankversen gehalten - eine besondere Herausforderung für die filmbegeisterten Amateure. Wie alle unsere Filme darf auch dieser für sich beanspruchen, keineswegs wie die Arbeit von Amateuren daher zu kommen. Kl.