Über unsSpielfilmeKurzfilmeDokumentarfilmeNewsKontaktImpressum
Annäherung an MargareteLeben auf ProbeDamoklesDie Fessel I und IIDie Liebe ein TraumDie Lerche

Damokles

Spielfilm in Reaktion auf eine Erzählung von Stanislaw Lem, Deutschland 2000

mit

Maik van Epple als Tobias Lavater, Rebecca Stephany als seine Freundin Andrea, Studentin der Biologie, Jael Kegler      als Mathematikerin  Dr. Jael Hertz, Manfred Fischer als der Myrmikologe Prof. Glinka, Bernd Reindl als der Kybernetiker Van Gelderen, Kerstin Alms als  seine Sekretärin, Hans Zund     als Prof. Dyamon, Nils Stock als Dozent der Informatik, u.a.

Kamera: Kerstin Alms / Gonzalo Arilla / Klaus Klingenfuss  Licht: Gonzalo Arilla  Maske: Edeltraut Hacker  Bauten: Daniel Horsch / Martin Schorb / Oskar Steimel  Buch, Regie und Montage: Klaus Klingenfuss

Produktion: a.u.f. - arbeitsgemeinschaft unabhängiger filmemacher, Heidelberg in Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für private Rundfunkveranstalter (LPR) Rheinland-Pfalz, der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK), dem Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium, Eppelheim und dem Theodor-Heuss-Gymnasium, Ludwigshafen -August 2000

Als die junge Mathematikerin Dr. Jael Hertz ihre Stammbuchhandlung verläßt, wird sie von einem Clochard angesprochen. Er will unbedingt die gerade von ihr gekauften Fachzeitschriften ("Journal of Biophysics" und die "Referate") ausleihen. Der verblüfften Wissenschaftlerin erklärt er, es gehe ihm um eine ganz bestimmte Information. Sie bilde sozusagen eine Lebensfrage für ihn. Versteht sich, dass die junge Frau nun ihrerseits neugierig wird. Sie läßt nicht locker, bis sie den schäbig gekleideten Alten zum Reden bringt. Und nun erfährt sie eine unerhörte Geschichte - die des 28jährigen Kybernetikers und Biochemikers Tobias Lavater, dem auf dem Felde der Intelligenzforschung etwas gelingt, wovon der "Papst der Kybernetik", der Nobelpreisträger VanGelderen nicht einmal zu träumen wagte.

Der frei nach einer Erzählung des polnischen Science-fiction-Autors  Stanislaw Lem gedrehte 3. Spielfilm der a.u.f. und ihres Betreuers Klaus Klingenfuss stellt  ein faszinierendes Denkexperiment an. Und er stellt  die hochaktuelle Frage: Wie weit darf die Denk-, wie weit die Handlungsfreiheit des Menschen gehen?Grundlagenforschung wird in ihm als das dargestellt, was sie in ihren großen Augenblicken immer gewesen ist - ein atemberaubendes Abenteuer des Geistes. Außerdem aber ist die Geschichte Tobias Lavaters eine zutiefst menschlich bewegende  Geschichte. Der Weg des Forschers ins Unbekannte ist für Lavater ein Herzensanliegen, dem er viel opfert. Zu viel?... kl.

Hier können Sie den Trailer downloaden.

"Damokles" wurde im Sommer 2000 überwiegend in Wiesloch gedreht. Außenaufnahmen fanden außerdem in Heidelberg, Neckarsteinach und im C.E.R.N,. in Genf statt. Das Drehbuch entstand in Reaktion auf eine Erzählung des polnischen Science-fiction-Autors Stanislaw Lem. Erzählt wird die Geschichte des Kybernetikers und Biotechnikers Dr. Tobias Lavater, inzwischen ein Sechzigjähriger in schäbiger Kleidung, der in einer Heidelberger Buchhandlung auf die junge Mathematikerin Dr. Jael Hertz trifft. Die Wissenschaftlerin hat gerade einige Fachzeitschriften erworben und Lavater möchte sie ausleihen um etwas "für ihn Lebenswichtiges nachzusehen". Zunächst zeigt sich die junge Frau von dem wie ein Stadtstreicher aussehenden Lavater irritiert. Dann erwacht jedoch ihr Interesse. Und sie erfährt eine wahrhaft unglaubliche Lebensgeschichte. Als blutjunger Wissenschaftler arbeitete Lavater auf dem Gebiet der Intelligenzforschung. Es gelang ihm, eine Konzeption zu entwickeln, welche die menschliche Intelligenz um ein Vielhundertfaches übertraf, freilich gerade damit die Besonderheit der Spezies Mensch, das einzige irdische Leben mit Bewußtsein zu sein, aufhob. Schlagartig klar wird ihm das, als er nach sieben ausschließlich der Forschung gewidmeten Jahren Erfolg hat. Er sieht nur eine (im Sinne des Menschen) mögliche Reaktion: Er muss das Ergebnis seiner Forschungen, und damit seine grandiose wissenschaftliche Leistung vernichten. Wird er das tun?
Der Film entwickelt diese Herausforderung in einem faszinierenden Gespräch zwischen dem altgewordenen Lavater und seiner jungen Zuhörerin.

"Damokles" ist der dritte Spielfilm der "arbeitsgemeinschaft unabhängiger filmemacher - a.u.f." um den Wieslocher Klaus Klingenfuss. Die a.u.f. ist aus einer Schüler-Arbeitsgemeinschaft am Eppelheimer Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium hervorgegangen, die seit 1993 besteht. Außer einer Vielzahl Kurzfilme sind mit "Annäherung an Margarete" , "Leben auf Probe" und „Die Fessel“ I und II vier weitere abendfüllende Spielfilme entstanden. Der erstere wurde u.a. im Goethejahr zusammen mit Gründgens` Faustfilm, Dieter Dorns Verfilmung der Münchener Kammerspielinszenierung von "Faust" und Murnaus klassischer Stummfilmtragödie in Weimar gezeigt. Weltweit wurde er durch das Goetheinstitut vorgestellt. "Leben auf Probe" basiert auf der Komödie "Biographie" von Max Frisch.

Klaus Klingenfuss schreibt zu den Projekten jeweils das Drehbuch und führt Regie. Gedreht wird mit Digital-Camcordern. Das nötige technische Equipement erhält die a.u.f. u.a. von der Landeszentrale privater Rundfunkveranstalter Rheinland-Pfalz. Die Darsteller sind zumeist Laien (Schüler und Studenten), wobei den Filmen freilich niemals ihr Amateurcharakter anzusehen ist. Schauspielerisch wird ein Projekt viel mehr grundsätzlich auf professionellem Niveau durchgeführt. Für die Titel(doppel)rolle in "Damokles" wurde mit Maik van Epple der 24jährige Absolvent einer Schauspielakademie, und damit erstmals ein junger Profi engagiert. Eben fertig geworden sah van Epple die Rolle als ungewöhnliche Herausforderung. Er glaube nicht (kommentierte er seine Entscheidung, sie ohne Gage zu spielen), dass er in absehbarer Zeit einer vergleichbaren Aufgabe begegnen werde. Van Epple spielte die Rolle nach nur sechs Wochen Rollenstudium. Abgedreht wurde "Damokles" in 12 Tagen.

"Damokles" deckt eine menschliche Tragödie auf, die aus dem uralten Traum des Menschen entspringt, "zu sein wie Gott". kl.